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150 Anos do Instituto Presbiteriano Mackenzie

Über die Geschehnisse und Spekulationen um den Block „150 Anos do Instituto Presbiteriano Mackenzie“ der am 15. Oktober 2021 erschienen ist, haben wir auf dieser Website berichtet. Dieser in einer Auflage von nur 15.000 Exemplaren erschienene Block, erlebte kräftige Preisausschläge, nach dem ein Großteil der Auflage aufgekauft wurde und für den philatelistischen Markt verloren schien. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Brasilien, die auch von der Möglichkeit Gebrauch machen ihre Brasilien-Neuheiten über die ArGe zu beziehen, brachte diese Mitteilung jedoch von Anfang an nicht aus der Ruhe. Dieses Vertrauen bestätigt sich nun. In der jüngsten Neuheitenauslieferung der Arbeitsgemeinschaft Brasilien ist diese Ausgabe selbstverständlich enthalten und wird den Mitgliedern mit einem Betrag von Euro 1,08 in Rechnung gestellt. Das dürfte konkurrenzlos günstig sein. Die Zuverlässigkeit und die Preiswürdigkeit des Neuheitendienstes der Arbeitsgemeinschaft Brasilien ist einer von vielen Gründen für die Mitgliedschaft in dieser regen ArGe. Melden Sie sich an! Unter Kontakt finden Sie die Adresse des Vorsitzenden, der sich auch um den Neuheitendienst kümmert.


Forschungsbericht 90 der ArGe Brasilien ist erschienen

Der Forschungsbericht enthält u.a. folgende Artikel:

Anita Geribaldi - Heldin zweier Welten
Ab 1901 - ein Brief war 17 Jahre unterwegs
Der Schinke-Brief 1901-1918
Botucatu
Brasilien auf ausländischen Marken
90 Jahre Sociedade Filatélica Rio-Grandense
Brasilianischer Adel
Paquebot-Post von brasilianischen Handelssschiffen
Post für Fernando Noronha
Der Chimarrão - eine Institution
Randinschriften auf Dom Pedro-Marken
Condor-Flugpersonal (I)
Patroni, Mercier, Oneglia und Brasilien
Zerrenner, Bülow & Cia.
Rätselhafter Brief aus Providência/MG
Druckverschiebungen bei der Marke zur Flugwoche 1944
Aus der Fälscherwerkstatt
Auktionsberichte
Posttarife Brasiliens ab 31.5.2021


Block "150 Jahre MacKenzie" - eingestellt von Ulli Schierz/Dr. Bernhard Jankowsky

Massenhafter Aufkauf des Blocks “150 Jahre MacKenzie”

Unser Mitglied Ulrich Schierz, der in Brasilien lebt und uns immer kompetent über das postalische und philatelistische Geschehen im Lande unterrichtet, hat über einen bisher nie gekannten Massenaufkauf berichtet, für den er die ECT für verantwortlich hält.
Es geht um die Verteilung des am 15. Oktober d. J. in einer Kleinauflage von gerade einmal 15.000 Stück herausgegebenen Blocks anlässlich des 150jährigen Bestehens des MacKenzie-Instituts. Dieses wurde von den Presbiterianern gegründet und unterhält neben einer renommierten Privatschule eine anerkannte Privatuniversität. MacKenzie steht dank der nicht eben für alle erschwinglichen Studiengebühren auf einer soliden finanziellen Basis, so dass es der ECT sage und schreibe 10.000 Blocks abnehmen konnte, mithin zwei Drittel der Gesamtauflage, die somit dem philatelistischen Markt entzogen sind. Der Kauf war dem Institut nach derzeit gültigem Wechselkurs umgerechnet 1.558 € wert.
Von der verbliebenen Menge, also 5.000 Exemplare, musste die ECT die vertraglich vereinbarte Stückzahl von 300 an den Weltpostvrein abgeben, und weitere 2.300 hält sie für die Jahreszusammenstellung zurück. Mithin sind gerade einmal 2.400 Stück für den Schalterverkauf verblieben, mit der Folge, dass der Handel mittlerweile für ein postfrisches Exemplar des Blocks zwischen 95 und 100 R$ (also um die 15,50 €) verlangt. Ulrich Schierz fand im Internet sogar einen mit dem Block frankierten echt gelaufenen Brief, den der Verkäufer für 500 R$ (rund 77,50 €) anbietet.
Der Nennwert des Blocks beträgt gerade einmal umgerechnet 0,80 €....



Revista Electrônica FILABRAS Nr.11 September/Oktober 2021 Rezensent: Dr. Bernhard Jankowsky

Wie der Name schon sagt: die von Paulo Ananias Silva betreute Zeitschrift gibt es nur digital und damit sogar kostenfrei. Interessenten können ihr Exemplar unter info@filabras.org herunterladen, was auch für solche Leser:innen von Interesse sein kann, die keine portugiesischen Sprachkenntnisse haben, weil damit der Zugriff auf die vielen Abbildungen gegeben ist. Auch ist dann das Inhaltsverzeichnis sichtbar, auf dessen Wiedergabe in dieser Besprechung verzichtet werden kann, sodass wir nur jene Beiträge herausnehmen, die für unsere ArGe bedeutsam erscheinen.
- Die FILABRAS veranstaltete vom 6. Juli bis 31. August 2021 ihre 3. virtuelle Briefmarkenausstellung FILANANIAS (genannt nach ihrem Ausrichter). Es nahmen 142 Aussteller aus 18 Ländern teil, darunter auch aus Deutschland. Zwei unserer Mitglieder wurden prämiert: Peter Meyer und Ulrich Schierz. Der deutsche Teilnehmer war Rolf Dieter Wruck. Sehr überraschend die Verteilung der virtuellen Besucher nach Ländern: über 5.000 aus Indien(!), 2290 aus Brasilien und immerhin 177 aus Deutschland.
- Als philatelistisches Schwerpunktthema dieser Ausgabe dürfte der Beitrag von Denis Forte über die Typen, Papiersorten, Irrtümer bei Nachgravuren usw. bei den „Inclinados“ zu betrachten sein. Der Autor bezieht sich auf seine Studie „Inclinados do Brasil“ von 2009, neu bearbeitet 2021, und bezieht in seine Danksagung ausdrücklich Karlheinz Wittig, Christoph Gärtner, Peter Meyer und Claudio Neumann ein. Die 67 Seiten lassen sich in der Nr. 11 von FILABRAS herunterladen.
- Maria Libera befasst sich in ihrem Artikel mit schädlichen und illegalen Ausgaben weltweit anhand zahlreicher Beispiele und beklagt vehement, dass sich der derzeitige Generaldirektor des Weltpostvereins, der Japaner Masahiko Metoki – ebenso wie sein Vorgänger Hussein – viel zu passiv im Kampf gegen schädliche Ausgaben verhält. Um diese zu unterbinden, könnte die UPU, wenn sie wirklich wollte, einen wichtigen Beitrag leisten.
- Auf immerhin 23 Seiten bietet Guilherme Rocha Ribeiro eine reich bebilderte Aufstellung von Zeppelin-Marken der verschiedenen Ausgabeländer, allerdings mit sehr wenig Text. Herunterladen lohnt sich!
- Paulo Ananias Silva weist in seinem Beitrag „Wie der Zeppelin in Belém auf die Erde kam“ (frei übersetzt, Anm. Vf.) auf eine Kuriosität hin, die in den 40er bis 60er Jahren in der Hauptstadt von Pará touristisches Aufsehen erregte: Ein Omnibus in Zeppelinform.
- Für Motivsammler Ornithologie zu empfehlen: Die – bebilderte – Liste von überwiegend brasilianischen Sonderstempeln, geordnet nach den einzelnen Spezies.
Den Hinweis auf diese Ausgabe der FILABRAS verdankt der Rezensent Julio de Castro, „Informativo Filatélico“ vom 23.10.2021



Zeitschrift FILACAP Nr. 206 Cachoeira Paulista 2021 - Rezensent: Dr. Bernhard Jankowsky

Diese Zeitschrift bildet ein recht breit gefächertes Spektrum der Philatelie und Numismatik ab und richtet sich an den Normalsammler wie auch an den Spezialisten.
Das Titelblatt der Nr. 206 verweist auf die Maximaphilie, der ein Artikel von Agnaldo de Sousa Gabriel gewidmet ist. Auf der Grundlage des Internationalen Status der Maximaphilie von 1978 gibt er denjenigen Sammlern, die eine Sammlung von Maximumkarten aufbauen oder auch schon besitzen, Anregungen zur optimalen Ausgestaltung ihrer Exponate. Eine Maximumkartensammlung zu Brasília sollte sich z. B. nicht auf Karten beschränken, die erst ab der Stadtgründung 1960 möglich sind, sondern auch Vorläufer zu diesem Thema aufnehmen. Wie erfahrene Maximaphilisten wissen, gilt ohnehin allgemein, dass nicht den vorgefertigten, zum Ausgabeanlass der entsprechenden Marke(n) von amtlicher wie postalischer Seite gedruckten Karten der Vorzug zu geben ist, sondern motivlich passenden, schon vorher erschienenen Karten. Implizit bedeutet dies eine De-Facto-Absage an die sogenannten amtlichen Maximumkarten. Zu Recht weist der Verfasser darauf hin, dass die vor allem um die Jahreswende zum 20. Jhdt. verbreitete Frankierungsform T.C.V. (franz. “timbre côté vue” – etwa `Marke auf der Bildseite`) als Urform der Maximumkarte gilt.

Neben Beiträge zum Motiv “Kriegsversehrte auf Briefmarken”, zu den Fotogramas in Sta.Catarina, zur Caixa Econômica Federal, eine Staatsbank, zum “Bienenfresser” (ein Vogel) in der Maximaphilie, zu Ansichtskarten im Allgemeinen, zur Numisphilatelie (Banknoten der Kurzzeitwährung “Cruzeiro Real”, seltene Real-Münzen) und einer Würdigung eines interessanten Briefes aus dem Jahre 1845 ist in dieser Nummer eine bebilderte Liste aller brasilianischen Sonderstempel zum Thema “Ökologie” seit 1948 enthalten.

Besondere Aufmerksamkeit verdient jedoch – zumindest nach Auffassung des Rezensenten – ein reich bebilderter Beitrag unseres Mitglieds Peter Meyer mit dem Titel” Die Klassifizierung gefälschter Briefmarken” auf den Seiten 10 und 11. Meyer weist darauf hin, dass es Markenfälschungen immer gegeben hat (siehe z. B. den immerhin zu Katalogwürden gelangten “Falso Paraná”) und auch heute noch sowohl zum Schaden der Post als auch der Sammlerschaft gibt. Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit werden als Nachweis gezeigt. Sollte dieser Artikel nicht schon ins Deutsche übersetzt worden sein, würde sich eine Übersetzung lohnen. Wegen der vielen Abbildungen, ohne die der Text nicht verständlich wäre, ist eine genauere Würdigung im Rahmen einer Rezension leider nicht möglich.

Die in einer Briefmarkenzeitung üblichen Rubriken, wie Sammler- und Händleranzeigen, Informationen zu Veranstaltungen, Neuheitenberichte usw. runden diese Ausgabe ab.


Der Rezensent verdankt den Hinweis auf die Nr. 206 der FILACAP unserem Vorsitzenden Walter Bernatek.





O CRIVO - eine neue Zeitschrift Rezensent: Dr. Bernhard Jankowsky

Am 1. Juli 2021 erschien die Nummer 1 dieser Zeitschrift, die sich speziell an die Zensurpostsammler wendet und mithin nicht auf Brasilien beschränkt ist. Herausgeber ist Rubem Porto Jr. von der 2019 gegründeten Studiengruppe Zensurpost. Bemerkenswert ist, dass die der brasilianischen Zensurpost gewidmeten Beiträge sich auf das gemeinhin als Standardwerk geschätzte Werk unseres Mitglieds Jürgen Meiffert beziehen (zur Erinnerung: J.M., Zensurpost in Brasilien, Katalog der Zensur- und Prüferstempel,Verschlusszettel und Zensur-Beanstandungszettel, Lohmar 2012).
Die Nr.1 von “O Crivo” enthält insgesamt 11 Artikel, die im folgenden kurz besprochen werden.
1. “A Casa de Babel” von James Rezende Piton. Der Titel bezieht sich auf die Zensurpostzentrale in London im 1. Weltkrieg und wurde gewählt, weil in dieser Zentrale Post in 142 Sprachen zensiert wurde, darunter Braille. Das Volumen, das während des Krieges zensiert wurde, belief sich auf täglich 375.000 Objekte, geschätzte 40 t. Während der Dauer des Bestehens der Zentrale wurden 630.000.000 Sendungen bearbeitet, von denen man 1,3 Millionen wegen des Verstoßes gegen die nationale Sicherheit einbehalten hatte. Das Gebäude, in dem die Zensurzentrale untergebracht war, besteht bis heute und beherbergt die Bibliothek der renommierten London School of Economics.
2. “Ein zensierter Wertbrief”, beschrieben von Rubem Porto Jr. Dieser Brief aus Goyaz nach São Paulo an das “Batalhão de Forҫa Pública” mit Wertangabe von 50.000 Reis ist ein Dienstbrief, der portofrei befördert wurde, sodass nur der Einschreibzuschlag von 400 Reis und die Versicherungsgebühr von 1.000 Reis mit Freimarken erhoben wurden. Er trägt den Zensurstempel 1.7.1.1 nach Meiffert. Der Autor geht im Anschluss an die Briefpräsentation noch auf die Revolution der Leutnante (“Tenentismo”) und die Coluna Prestes ein; Details, die den Rahmen einer Rezension sprengen würden.
3. Roberto Eissler stellt in seinem Beitrag den Stempel des Zensurinspektors von Alagoas vor und bezieht sich ebenfalls explizit auf Meiffert, der die Stempelart 2.5.3.0 für die Staaten Ceará, Rio Grande do Norte, Paraíba, Maranhão und Sergipe nachgewiesen hat.Nachdem Eissler sie auch für Alagoas entdeckt hat, ergeht der Vorschlag, Jürgen Meiffert möge sie in eine spätere Neuauflage seines Standardwerkes aufnehmen. Der Artikel schließt mit der Bemerkung, man möge nach einem noch fehlenden Beleg für Piauí forschen.
4. “Europäische Zensurpost in Europa in der Nachkriegszeit am Beispiel des von den Alliierten besetzten Österreichs” lautet ein Artikel von Wilson de Oliveira Neto. Er zeigt Stempel aus den verschiedenen Besatzungszonen, die vor allem den Österreich-Sammler interessieren.
5. Amaury Possidente weist auf einen seltsamen (“curioso”) Zensurstempel hin, der sich auf einem Wertbrief aus dem Jahre 1933 befindet (Wertangabe 8.000 Reis, Porto 900 Reis). Die Zensur erfolgte, als Getúlio Vargas nach seinem Putsch den Estado Novo ausgerufen hatte. Dieser Stempel ist bei Meiffert nicht nachgewiesen, und der Autor schließt nicht einmal aus, dass es sich um eine Fälschung handeln könnte.
6. Nach dem Bruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Brasilien und dem Deutschen Reich am 11.4.1917 als Reaktion auf den Angriff eines deutschen U-Bootes auf den mit Kaffee beladenen brasilianischen Frachter PARANÁ am 5.4.1917 entsandte die brasilianische Regierung eine medizinische Mission nach Frankreich, die philatelistisch allerdings so gut wie nicht belegt werden kann. Rubem Porto jr. fand lediglich einen portofreien Brief mit dem Absendersiegel der Mission, der während des Transits durch Portugal einen portugiesischen Zensurstempel aufweist.
7. Cesar A. S. Paulo beschreibt den in englischer Sprache gehaltenen Stempel SERVICE SUSPENDED. Er wurde während des 1. Weltkriegs in Brasilien für Sendungen benutzt, die wegen der Kriegseinwirkungen postalisch nicht bedient werden konnten. Als Beispiel zeigt der Verfasser eine Ansichtskarte von Pernambuco nach Russland.
8. “Deutsche Zensur im 2. Weltkrieg” heißt ein kurzer Beitrag von Sergio Luis Mota Miranda, der einen mit verschiedenen Zensurstempeln und Verschlussstreifen versehenen und von der Zensurstelle in Köln zensierten Brief aus Belgien nach Deutschland aus dem Jahre 1943 zeigt.
9. “Sind die Postzensoren Ex-Kombattanten?” fragen Heitor Fernandes und Rubem Porto jr. in ihrem Beitrag. Es geht um die Frage, ob den Zensoren, die im 2. Weltkrieg für das brasilianische Expeditionskorps (FEB) im Einsatz gewesen sind, der Ex-Kombattanten-Status zuerkannt werden könne. Wiedergegeben ist ein überaus umfangreiches Dossier zu diesem Antrag, der 1980 gestellt, schließlich aber abgelehnt wurde. Sehr anschaulich die Präsentation mehrerer FEB-Briefe mit Zensurstempeln und -streifen des SERVIÇO POSTAL F.E.B. – ABERTA PELA CENSURA.
10. “Die Bedeutung der Briefe der Firma Luchsinger für das Studium der brasilianischen Postzensur” lautet ein reich dokumentierter, auf die Geschichte der ursprünglich aus der Schweiz eingewanderten Familie Luchsinger in allen Einzelheiten eingehender Beitrag von Rubem Porto jr. Die sogenannte Luchsinger-Korrespondenz ist insofern von Bedeutung für die Dokumenation der Anfänge der brasilianischen Zensurpost, als mehr als 100 Belege mit den verschiedenen Zensurformen aus den Jahren 1910 bis 1920 erhalten geblieben sind.
11. Reinaldo Macedo macht kurz auf einen wichtigen Beleg der Feldpost MMDC aufmerksam, den die Zensurstelle von São Paulo und verschiedene Stempel des CORREIO MILITAR MMDC zieren. Zur Erinnerung: Die Abkürzung MMDC bezieht sich auf die vier Märtyrer MARTINS, MIRAGAIA, DRÁUSIO und CAMARGO, die während der Revolution von 1932 ihr Leben ließen (Anm. Rezensent).

Den Zugang zu dieser Zeitschrift verdankt der Rezensent der Website der Firma FILATELIA 77 von Julio de Castro.





Carimbologia do Brasil Clássico ist erschienen: São João/PB - Suruby/RJ

Bestellungen über "www.arge-brasilien.de/publikationen" Nr. 512

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